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SCHACH-SPHINX/04936: Kummer mit der Uhr (SB)


Fluch auf die Schachuhr, die Perlen vor die Säue wirft und des Geistes steile Wanderung zu den Sternen unterbricht mit dem jähen Sturz des Fallblättchens. Da hatte der Schachfreund René Borngässer auf dem Open in Düsseldorf 1989 in seiner Partie gegen Kaluza die schönste Kombination seines Lebens gefunden mit einem Damenopfer im 23. Zug. Kraftvoll ging die Partie weiter. Eine abschließende Pointe im 26. Zug und dann, beim 31. Zug angekommen, fiel sein Blick auf die Schachuhr, die in ihrem Sekundenraub den Großteil der Bedenkzeit bereits verschlungen hatte. Derart zur Hektik angetrieben, durfte sich Borngässer für seinen nächsten Zug nicht mit reiflicher Überlegung wappnen, sondern flink und fatal ziehen. In aller Eile entschied er sich für den Jammerzug 1.Lg5-f6?, der alle Ehre des Damenopfers und der genialen Spielführung mit einer Handbewegung beiseite wischte. Sein Kontrahent fand die hauchdünne Rettungsspur mit 1...Ta3-a1 2.Tc1xa1 Lc3xf6! 3.Sh7xf6+ Dg6xf6 4.Ta1-e1 Df6-c3 5.Sf3-g5 Lc8-d7 und gewann später durch die Zäsur der Zeit. Nun, Wanderer, was hättest du im heutigen Rätsel der Sphinx anstelle des Unglückszuges gespielt und damit die Zeit um ihren Raub geprellt?



SCHACH-SPHINX/04936: Kummer mit der Uhr (SB)

Borngässer - Kaluza
Düsseldorf 1989

Auflösung letztes Sphinx-Rätsel:
Stellungen solchen Typs verlangen nach einer kühnen Hand, der sich nichts widersetzen kann. Kasparow bewies in etlichen Partien, daß seine Hand auch das Widerspenstige zu zähmen weiß. Gegen seinen Kontrahenten Sax packte er mit 1.Sg3-h5! - drohend 2.Tg1-h1 mit Damenfang - 1...Dh4-h3 2.Lf4-h6+! die Zügel des Geschehens und gewann. Schwarz mußte aufgeben, da er nach 2...Sg8xh6 3.De3xh6+ Kf8-e8 4.Sh5- g7+ seine Dame verloren hätte.


Erstveröffentlichung am 05. Mai 2001

22. November 2013





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