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SCHACH-SPHINX/07313: Wenn die Zahl der Steine sinkt (SB)


Es mutet seltsam an, wenn Schachmeister behaupten, daß die Reinfälle tiefer stürzen, je weniger Figuren auf dem Schachbrett stehen. Kann das angehen oder soll nur der Verstand auf die Probe gestellt werden? Kann es wirklich sein, daß die Kraft der Züge zunimmt, wenn die Zahl der Steine sinkt? Man braucht indes kein Geheimnis zu beschwören, die Vernunft bringt es an den Tag. Weniger Figuren heißt zugleich weniger Hindernis, um die Wirkung von einzelnen Zügen so zu potenzieren, daß die gegnerische Stellung, wie von einer Lawine getroffen, weggerissen wird. Zur Anschauung diene die Partie zwischen Szabó und Dozsa aus der Ungarischen Meisterschaft von 1962. Dozsa hatte, ahnungslos für die latenten Gefahren einer reduzierten Stellung, zuletzt 1...e6-e5 gezogen. Er fühlte sich in seiner Haut geradezu vergnügt, ohne zu wissen, daß das Unheil bereits seinen Schatten aufs Brett warf. Im Gegenzug zeigte sich Szabó siegessicherer, je mehr Material abgetauscht wurde. Auch im heutigen Rätsel der Sphinx gilt, Wanderer: Weniger ist mehr.



SCHACH-SPHINX/07313: Wenn die Zahl der Steine sinkt (SB)

Szabó - Dozsa
Ungarn 1962

Auflösung des letzten Sphinx-Rätsels:
Christoffel hatte gründlich nachgedacht und nach 1.a4-a5+! Kb6xa5 2.Tc7-b7! f5-f4+ 3.Ke3-e4 Sd4-b5 die verblüffende Pointe 4.Tc3-a3+!! aus dem Hut gezaubert. Müller mußte kapitulieren, denn nach 4...Sb5xa3 5.b2-b4+ Ka5-a4 6.Sd3-c5# wird seine Majestät Matt.

1. Februar 2021


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